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Logbuch der Elternzeit, St. Nimmerleins Tag

09.01.2015 16:49

Oh nein, daheim!

Ziemlich lange haben wir nun gebraucht, um uns dazu durchzuringen, uns mal an einen letzten Blogeintrag zu setzen. Wie sollte es auch anders sein, der Alltag hat uns wieder und genau das führt dazu, dass die Dinge, die einem eigentlich wichtig sein sollten, hinten an stehen.

Da sind wir also wieder, gesund und wohlbehalten, mit 6.100 gefahrenen Kilometern auf dem Tacho, in Hamburg angekommen. 

Das fühlt sich ehrlich gesagt, gar nicht so gut an. Zwar können wir uns nun wieder mit Freunden treffen, die wir natürlich vermisst haben. Wir haben auch endlich wieder verschiedene Räume, so dass man sich auch mal aus dem Weg gehen könnte und das Wetter bleibt nahezu vollständig draußen. Aber wir vermissen unseren Qek, den wir bei Felix und Mira unterstellen durften. (Vielen Dank dafür)

 

Auch der direkte Kontakt zu Natur und den Elementen fehlt uns. Dass Regen nun nicht mehr laut prasselt, ist noch immer befremdlich. Das man Abends das Licht anmacht, anstatt einfach ins Bett zu gehen, wenn es dunkel ist, ist auch seltsam. Positive Aspekte sind jedoch eindeutig: heißes Wasser direkt aus der Wand, eine Spülmaschine und eine eigene Toilette, die zu erreichen sogar ohne das Anlegen von Crocks und Stirnlampe möglich ist.

Nicht so schön war jedoch für Steffi, dass sie nun, bzw. eine Woche nach unserer Ankunft, tagsüber wieder völlig allein für Kjell verantwortlich ist. Ich musste wieder arbeiten und Kjell war doch etwas verstört. Das äußerte sich unter anderem darin, dass er sich sehr an Steffi klammerte. Und das ging auch einige Wochen so.

Dieser Blog soll natürlich mit einem Fazit enden. Aber zuvor soll, der Vollständigkeit halber, auch der Rest der Reise beschrieben werden. Bayern ist groß, so war uns klar, dass wir den Heimweg kaum ohne weitere Zwischenstopps schaffen würden. Nicht schlimm, die bucklige Verwandtschaft ist ja hauptsächlich über den Freistaat verteilt. Wir zockelten also los, nach Bamberg. Hier wohnt Steffis Schwester mit Kind und Kegel. Wir wurden herzlich empfangen und ich wurde auch direkt zum Arbeitseinsatz abkommandiert. Die Gartenhütte musste abgebaut werden, weil die bekackten Nachbarn....aber das ist ja nicht mein Krieg ;-) Wir haben lecker gegessen, Kjell hat doch tatsächlich die ersten gekrabbelten Meter geschafft und Fee und Eric (Cousine und Cousin) gaben sich alle Mühe, den Kleinen so zu fordern, dass die Erwachsenen abends ihre Ruhe hatten. Raketenwurm gaaanz müüüde! Mehr passierte auch eigentlich nicht. Wir haben es uns einfach drei Tage gemütlich gemacht und gut gehen lassen.

Eigentlich hatten wir geplant, danach für eine weitere Übernachtung in Fulda Halt zu machen und dort unsere Sturm erprobten Campingfreunde Inga und Frank zu besuchen. Leider war bei denen die Vogelgrippe oder etwas ähnliches ausgebrochen. Zumindest hatten alle Schnupfen und wir wollten unsere Heimkehr nicht direkt mit einer Erkältung feiern. Daher fiel der Besuch leider flach und wir hatten eine letzte Nacht im Qek. Direkt neben der Autobahn. Auf einem dunklen Restaurant-Parkplatz, der jedoch als Wohnmobilstellplatz ausgewiesen war. Wunderschön, gar nicht laut und sehr beschaulich.

Nun das versprochene Fazit:

Die letzten Monate waren der Hammer. Trotz eines holprigen, konfliktreichen Start und einer erwartungsgemäß harten Landung, würden wir die gemeinsame Elternzeit und die Reise nicht missen wollen. Dazu ist insbesondere festzustellen, dass man als Mann unbedingt mehr als nur diese zwei "Partnermonate" nehmen sollte. Elternzeit ist eben kein Wickelvolontariat, sondern viel mehr als das. Ziel ist es, als Familie zusammen zu wachsen, das Kind und seinen Charakter kennen zu lernen und sich danach sicherer in seiner Rolle zu fühlen. Und da zählt jeder Tag.

Die Reise an sich hat mehrere Aspekte. Da ist zum einen natürlich das Ziel, bzw. die Route, die wir genommen haben. Tatsächlich haben sich die Unsicherheiten, die wir bei der Planung und am Anfang der Reise empfanden, ziemlich schnell in Wohlgefallen aufgelöst. Trotzdem blieb jede Grenzüberquerung spannend und jedes Land irgendwie ein kleines Abenteuer. Wir haben unterm Strich viel Zeit als Familie, dafür aber relativ wenig Zeit mit anderen Menschen verbracht, weil wir ja nie so lange an einem Ort geblieben sind. Die Begegnungen mit den Bewohnern der jeweiligen Länder waren ausnahmslos sehr positiv und von menschlicher Wärme, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft geprägt. Keine unserer Ängste hat sich bewahrheitet: Wir sind nicht von Bären zerfleischt worden, wir wurden nicht überfallen und niemand hat versucht, Narkosegas in unseren Qek zu leiten. Es wollte auch kein Polizist von uns bestochen werden und von der Ausstattung rumänischer Krankenhäuser mussten wir uns zum Glück auch kein eigenes Bild machen. Und...der Volvo hat auch gehalten und fährt bis heute. Ein anderer Aspekt ist die Art, wie wir unterwegs waren. Tatsächlich hatten wir ja, wie beim Camping so üblich, relativ wenig Privatsphäre und kaum Raum, uns aus dem Weg zu gehen. Das hat so manches mal natürlich genervt, aber wir haben uns nie erdrückt gefühlt und eben das gibt uns das Gefühl, noch enger zusammen geschweißt worden zu sein. Wer drei Monate zu dritt auf 7 Quadratmetern übersteht, meistert wohl gemeinsam alles.

Wir wollen an dieser Stelle jeden, der mit dem Gedanken spielt, eine gemeinsame Elternzeit mit einer Reise zu verbinden, darin bestärken. Belasst es nicht nur bei dem Plan. Wer schon immer gerne gereist ist, kann auf diese Weise optimal die negativen Schwingungs-Anteile des Gefühls bekämpfen, nichts sei mehr, wie es vor der Geburt war und jede Freiheit sei nun dahin. Man kann sich natürlich auch zu Hause eine schöne Zeit machen, jedoch für uns wäre das nichts gewesen. Wir hätten in Hamburg nur unseren Alltag leicht abgeändert und am Ende der Elternzeit das Gefühl gehabt, die Zeit einfach verdaddelt zu haben. Mit der Reise konnten wir alle sozialen Kontakte und alle Ansprüche die, wer auch immer an uns stellt, einfach hinter uns lassen und uns auf uns konzentrieren. Das hätten wir zu Hause so nicht gekonnt. Wir für unseren Teil glauben, dass man einem Säugling eine solche Reise ohne weiteres zumuten kann. Man muss sich nur trauen und sich darauf einlassen, dass man manchmal improvisieren muss.

Logbuch der Elternzeit, Tag 90

25.09.2014 13:48

Brrr....Deutschland.

Da sind wir also wieder, noch nicht in Hamburg aber zumindest in Deutschland, genauer am Chiemsee. Hier hat uns Steffis Vater zu Steffis Geburtstag die Übernachtungen in einem Landgasthof spendiert. Vielen Dank dafür noch einmal an dieser Stelle. Das ist ganz gut so, denn nachts geht die Temperatur auf 2 Grad runter. Nicht, dass wir das nicht schon gehabt und auch gut überstanden hätten, aber mit Heizung ist auch nicht schlecht. Kjell fand die erste Nacht ohne Qek, wie zuletzt auch in der Pension in Rumänien, etwas gewöhnungsbedürftig und war ziemlich unruhig. Ich hatte kurz überlegt ihn mit Babyphone doch in den Wohnwagen zu verfrachten. ;-)

Hier in Bayern treffen wir uns mit Verwandten (Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen). Steffi hat gestern eine Tour durch Traunstein gemacht. Traunstein ist für Steffi eine Kindheitserinnerung, denn hier haben ihre Großeltern gewohnt und sie hat hier viel Zeit verbracht. Da mir Traunstein nicht so wichtig ist und Kjell dazu keine Meinung geäußert hat, hab ich mir den Raketenwurm geschnappt und ihn mal wieder auf 3 Berggipfel geschleppt. Es waren der Hochries, Riesenberg und Laubenstein im Chiemgau. Nix besonders hohes aber für Muskelkater in den Waden hat es gereicht.

Und sonst?

Der Nationalpark-Turbo: Paklenica

Ab Dugi Otok ging es in Richtung Norden, natürlich. Auf dem Weg kommt man an zwei Nationalparks vorbei. Zum einen dem Paklenica NP und zum anderen an den Plitvicer Seen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, beide sehen zu wollen. Bei Paklenica musste ich Steffi gegenüber ein wenig Überzeugungsarbeit leisten, es wäre aber auch wirklich schade gewesen, da nicht Halt zu machen, unsere Route führte direkt dran vorbei. Und man muss sagen, es hat sich gelohnt. Obwohl wir nur 2 Stunden in den Park schnüffeln konnten, hatten wir den Eindruck, noch ein richtiges Naturerlebnis mitbekommen zu haben. Im Prinzip ist Paklenica eine sehr enge Schlucht, deren Felswände direkt an den Wanderweg reichen. Diese Felswände sind gespickt mit Kletterrouten, sehr reizvoll. In der Schlucht wurden viele Szenen verschiedener Winnetou-Filme gedreht, darum führen immer mal wieder Nebenwege mit den Bezeichnungen Winnetou I-XX vom Hauptweg ab.

Plitvicer Seen

Also nee, wirklich hübsch hier aber auf Wanderwegen im Stau zu stehen ist nicht unsere Form von Naturerlebnis. Busladung über Busladung von Touristen ergießen sich in den Nationalpark Plitvicer Seen. Alles latscht im Gänsemarsch hintereinander her. Unrüstige Rentner blockieren das Vorankommen aus Angst, vom 2 Meter breitem Steg zu fallen und schimpfen bei den nötigen Überholmanövern mit uns. Natürlich auf Deutsch! Und es ist Nebensaison, wie wäre das wohl Ende Juli, Anfang August? Dabei ist es eigentlich wunderschön hier, überall blubbert Wasser, zig Wasserfälle sind zu bestaunen, gegen die Sonne erzeugt der Sprühnebel Regenbogen vor der grünen Waldkulisse. Ich komme gerne wieder, wenn der Park für den Publikumsverkehr gesperrt wird und wir ihn exklusiv einen Tag lang für uns haben können.

Die Übernachtung danach war ziemlich aufregend, wir suchten uns irgendwo in Nordkroatien einen Parkplatz und in der Nacht kam dann Sturm. Also richtig Sturm, ich war ziemlich froh, dass wir in Windrichtung geparkt hatten und das 1,5t Volvo am Qek hingen, quer zum Wind hätte es uns wohl umgekippt. 

Slowenien

Ein neues Land, ein neues Land, damit hat Kjell die 10 voll gemacht. 10 Länder mit 8 Monaten ist schon ganz ordentlich würde ich sagen. Da der Nationalpark-Turbo uns ziemlich nach vorn geschleudert hat, wir hatten vier Tage dafür geplant aber nur 2 benötigt, hatten wir nun etwas Zeit über. Wir entschieden uns, diese für die Slowenische Hauptstadt Ljubljana einzusetzen. Und es hat sich gelohnt, eine süße, groß geratene Kleinstadt mit österreichischen und italienischen Anleihen, was die Architektur und die allgemeine Atmosphäre betrifft.

In Ljubljana landeten wir dann direkt mal auf dem regionalen Weinfest. Hier gab es kostenlos Weinproben vieler slowenischer Winzern und am Ende eine betrunkene Steffi.

Ich finde, wir sollten Automaten sammeln. Irgendwann gabs mal einen Eierautomat, im vorherigen Posting den Pizza-Automat und hier nun einen Milchautomat.

Wir residierten auf einem Wohnmobilstellplatz, der an eine Restaurant angeschlossen war, nachdem ich den Besitzer überzeugen konnte, dass wir drauf dürfen, obwohl wir mit Wohnwagen unterwegs sind. Ich werde diese Regelung nie verstehen, zumindest nicht, wenn es Sanitäranlagen gibt.

Logbuch der Elternzeit, Tag 83

20.09.2014 20:52

Kroatische Zustände

Wir befinden uns auf der Fähre von Dugi Otok zurück nach Zadar. Dugi Otok hört sich vom Lautklang an als hätte Kjell den Namen ausgesucht, der Name existiert aber schon etwas länger. Was ich bereits im letzten Eintrag erwähnte, gilt noch immer: das Reisegefühl lässt nach und macht einem Urlaubsgefühl Platz. Entsprechend unaufgeregt waren unsere Tage auf Dugi Otok: Strand - Wanderung - Strand - Strand - Ausfahrt mit Spaziergang - Strand. Kjell ist ebenfalls ziemlich entspannt, was sich darin äußert, dass er immer wieder in der Hägematte einpennt, selbst wenn er kurz zuvor erst geschlafen hatte. Allerdings ist er gerade auch etwas mehr auf Steffi fixiert, zumindest solange sie in Sichtweite ist. Dann gibts Gejammer, wenn sie sich von ihm weg bewegt, sei es auch nur einige wenige Zentimeter. Dugi Otok ist eine wirklich schöne Insel, an dieser Stelle vielen Dank an Felix und Mira für den Tipp. 50 Kilometer lang und 4 km breit, ist sie gut mit dem Auto zu erkunden und hält alles bereit, was man zur Entspannung braucht (außer ordentlichen Handyempfang- und Internet...was aber wiederum auch zur Entspannung beiträgt). Es gibt auf Dugi Otok flache Kies-Strände, hohe Klippen, einen Salzwassersee, ein verlassenes Hippie-Camp (ebenfalls danke an Mira für die Koordinaten), Berge, so hoch wie im Sauerland und eine wunderschöne Unterwasserlandschaft für Schnorchler. Abenteuer, großartige Outdooraktivitäten...gib's nich. Nun führt uns unser Weg weiter nach Norden. Wir werden gleich, weils auf dem Weg liegt, einen einstündigen Abstecher in den Paklenica Nationalpark machen, dort wurden viele Einstellungen von Winnetou gedreht und hohe Felswände die bis an den Wanderweg ran reichen. Ziel ist dann zu morgen an der Plitvicer Seenplatte anzukommen, die wir uns unbedingt ansehen müssen. Da hat uns ausnahmslos jeder zu geraten, der schon da war.

Und sonst so?

Split

Was ist das denn? Der Campingplatz Stobrec in Split versetzt uns in ungläubiges Staunen. Wer will denn so Urlaub machen? 2.000 beengende Parzellen beherbergen 3.500 Socken bügelnde, deutsche Spieß-Camper, die auf "ois voabraitet" – Grüße an Pesto – sind und die vermutlich täglich mit Staubsauger innen und mit Politur außen Ihre 70.000 Euro Wohnwagen und Wohnmobile auf Vordermann halten. Der erste Eindruck verriet, hier bleiben wir auf keinen Fall, außerdem wies man uns um 19:00 Abends wegen Überfüllung ab, obwohl noch ein Platz für uns da war, wie sich nach dem Ausspielen der Baby-Karte herausstellte. Hurtig am nächsten Morgen aufgebrochen und was adäquateres gesucht. Wir wollten weg von dem Touristen-Moloch Split und orientierten uns zurück Richtung Omis. Auf halber Strecke folgten wir einem unauffälligem Schild mit der Aufschrift "Autocamp", in Richtung Strand. Was uns auf einen urigen, kleinen Lauben-Camping mit direktem Meerblick führte. Extrem viel mehr unsere Kragenweite. Gewöhnungsbedürftig waren die Nachbarn, ein Deutsch-Kasache der mich irgendwie nicht ganz ernst zu nehmen schien, weil ich Frauenarbeiten wie Wickeln und Spülen übernehme, zumindest kamen da so blöde Sprüche wie: "Hat Deine Frau Urlaub?". Und dann war da noch der alte, grobschlächtige Deutsche Typ, der hauptsächlich seltsame sexuelle Anspielungen von sich gab und der so dumm war, dass ich das an einem Beispiel erlären möchte:

Typ: Hast Du eine Taschenlampe?

Camper: ja hier.

Typ: Danke, ich hab zwar hier an meinem Handy auch eine Taschenlampen-App, ich benutz die aber nicht, weil ich nicht weiß, wo die Batterien dafür sind. Camper: -stutzt- Was bitte für Batterien?

Typ: Na, für die Taschenlampe.

Camper: Handy-Akku? 

Typ: Ach, der speist dann auch die Taschenlampe?

...was soll man dazu noch sagen. Bei Split war auch wieder etwas mehr Outdoor-Activity angesagt.

Zip-Lining:

Steffi war beim Zip-Lining. In Bayern nennt man das Flying-Fox, glaub ich. Man stürzt sich, verbunden mit einem Rollendings, das über ein Drahtseil geführt wird, in eine Schlucht und rast, daran hängend, auf die andere Seite. In Steffis Fall waren es 8 solcher Seile hintereinander und eine zurück gelegte Strecke von 3-4 Kilometern. Muss Spaß gemacht haben. Ich hätte das auch gerne gemacht aber an dem Tag als ich wollte, wurde mein "Flug" wegen Regens abgesagt.

Endlich Canyoning:

Was für mich in Montenegro nicht hingehauen hatte, konnte ich hier nachholen. Der Fluss Cetina, der sich bei Omis ins Meer ergießt, fließt zuvor durch eine begehbare Klamm mit mehreren Mini-Wasserfällen, Stromschnellen, zwei Abseil-Stellen und schönen ruhigen Becken. Eine wirklich nette Beschäftigung mit Sprüngen von 7-8 Meter hohen Klippen in kristallklares Wasser, kleinen Kletter-Passagen und nach vier Stunden absolutem "Total-im-Arsch-Effekt".

DWS: In Split kann man eine Spielart des Kletterns ausprobieren, die wir schon immer mal antesten wollten: Das Deep-Water-Soloing. Dabei fährt man mit einem Seekajak an leicht überhängende Klippen, die man dann erklettert. Man ist dabei ungesichert, denn man klettert ja über Wasser. Trotzdem wird der Thrill immer größer, je höher man kommt. Außerdem kann man eine Stelle nicht einfach immer wieder ausbouldern, sondern man muss sich schon vorher Gedanken machen, wie das in einem Anlauf klappen könnte, denn man fängt ja immer wieder von ganz unten an zu klettern. Schöner Sport, allerdings bin ich mir sicher, es gibt bessere DWS-Gebiete als das in Split. Das ist da ziemlich scharfkantiger Fels und auch recht bröckelig. Trotzdem, das mach ich wieder, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Überhaupt würde ich Spli/Omis gerne irgendwann mal im Frühjahr für eine Woche reinen Kletterns besuchen, wunderschöne Gegend mit tollem Fels.

Und dann gab es am Strand von Split noch den feuchten Albtraum eines jeden Pizzabäckers. Eine vollautomatische Pizzamaschine. Steffi wollte es sich nicht nehmen lassen, da mal 40 Kuna einzuwerfen und zu schauen, was am Ende raus kommt. Und ich hatte auch Hunger und ....ach was sollen die Ausflüchte! Manchmal isst man einfach Mist.

Logbuch der Elternzeit, Tag 67

05.09.2014 10:31

Bye bye Montenegro, wir kommen wieder.

Das letzte Reiseland - Kroatien

Nun sind wir also in Kroatien und damit im ersten Land, in dem wir zuvor schon gewesen sind. Steffi und ich haben hier unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht. Genauer gesagt war das in Rovinj in Istrien. Ein Ort, den wir natürlich aus nostalgischen Gründen auch besuchen werden. Uns beschleicht ein Gefühl dumpfer Trauer, denn die Reise geht nun langsam zu Ende. Zwar währt die gemeinsame Elternzeit noch einen Monat, aber ab hier verwandelt sich die Reise langsam in einen Urlaub. Noch immer schön aber hier gibt es ein bekanntes Meer, bekannte Geschäfte, bekannte deutsche Kennzeichen und ein bekanntes Preisniveau. Auch die starken Arme des ADAC würden uns hier im Bedarfsfalle wieder gänzlich auffangen. Aber sich über drei Wochen Kroatien am Ende einer Reise zu beschweren, wäre meckern auf sehr hohem Niveau, daher soll es das damit auch gewesen sein. Wir sind also nun gerade in Dubrovnik angelangt, der römisch-venezianisch-mittelalterlichen Stadt, die uns von allen Seiten als wunderschön und unbedingt einen Besuch wert empfohlen wurde. Kann man unterschreiben, die Altstadt von Dubrovnik ist wirklich wunderschön. Eine riesige Wehrmauer umschließt die Stadt und die Gebäude sind uralt. Dubrovnik war Drehort für Szenen von Game of Thrones, falls das jemand kennt. ;-) Was wirklich stört ist, dass in der Altstadt ausschließlich Gastronomie und Souvenirshops existieren. Es gibt hunderte von Läden aber wirklich überall gibt's das Gleiche. Wirklich seltsam, dass die Geschäfte dort trotzdem alle überleben. 

Gestern durften wir mal wieder Extremwetter genießen. Unglaubliche Mengen Wasser bahnten sich ihren Weg auf die Erde und aus den vielen Treppen Dubrovniks wurden plötzlich wunderschöne Wasserfälle, der Wind betätigte sich als Künstler und formte aus Sonnenschirmen wunderbare Skulpturen. Steffi, Kjell und ich flüchteten uns in eine Jesuitenkirche des heiligen Ignatius und gedachten, das Gewitter auszusitzen. Wie lang kann so ein Gewitter schon dauern? Nach zwei Stunden hielten wir es in der klerikalen Atmospäre nicht mehr aus. Wir hatten Kjell in der Zwischenzeit schon die zweite Kack-Windel auf einer Kirchenbank gewechselt und ich bin mir sicher, dass die Abbildungen der Heiligen auf den Gemälden, die Nasen gerümpft haben. Steffi sagt, ich bilde mir das ein. Wir stürzten uns also todesmutig in das tosende Unwetter, um nicht noch im Beichtstuhl übernachten zu müssen. 

Was zuvor geschah

Durmitor zum Camp Grab

Die Tara-Schlucht hatten wir ja schon von oben gesehen. Es handelt sich um die zweit-tiefste Schlucht der Welt, nach dem Grand Canyon. Was sich der Montenegro-Urlauber nicht entgehen lassen darf, ist eine Fahrt auf der Tara, sei es per Kanu, Kajak, Schlauchboot oder per traditionellem Holzfloß. Um dies möglichst ohne große Schwierigkeiten und längere Anfahrt realisieren zu können, entschieden wir uns, mit dem Qek für einige Tage in einem Raft-Camp zu nächtigen. Das Camp Grab erschien mir seriös und gemütlich für unser Vorhaben, denn während der eine raftet, sollte es der Kjell-Betreuer ja auch angenehm haben. Auf dem Weg zum Camp fuhren wir eine wunderschöne Pass-Straße an deren Ende Kjell arg hungrig war.

Wir baten um einen Schattennplatz vor dem Haus und bekamen einen Wohnzimmerplatz, selbstgemachten Käse und Joghurt von "Muh!", nicht "Mäh", wie Steffi erfragte.

Das Camp entsprach dann auch genau unseren Erwartungen: große Wiese für den Qek, eine Etage tiefer ein schönes Restaurant mit Flussblick, was braucht man mehr.

Was uns jedoch ordentlich Nerven gekostet hat, waren die letzten Meter dahin. Es ist schon ein komisches Gefühl, ins Unbekannte hinein eine maximal steile Schotter-Serpentinen-Straße hinab zu fahren, in der Gewissheit, da ohne fremde Hilfe niemals wieder hoch zu kommen. Die nötige Hilfe bekamen wir:

Im Camp lernten wir Almuth und Hanna kennen. Zwei sehr nette Menschen aus Münster. Hanna verliebte sich spontan in Kjell, was uns sehr zu Gute kam, denn Kjell mochte auch Hanna und so hatten wir öfter mal die Hände frei, weil Kjell von ihr belustigt wurde. Insbesondere mir hat Hanna sehr geholfen, denn es gab einen unsäglichen Tag, an dem Kjell mich echt fertig gemacht hat. Nicht eine Sekunde konnte ich mich auch nur wegdrehen ohne Super-Terz. Nachmittags konnte ich, dank Hanna, zumindest mal duschen - vielen Dank noch einmal dafür. 

Was auch nicht unerwähnt bleiben darf, da ich darüber stolz wie Bolle bin: ich kann die Eskimo-Rolle noch. Jaaaaa, mit 15 gelernt und Bewegungsablauf noch immer gespeichert.

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Auf dem Wasser:

Sprung in den Fluß (11 Grad):

Als Kjell erfuhr, dass er noch zu klein fürs Rafting ist:

Steffi im Canyon

Heute schreibe ich (Steffi) mal einen "Gastbeitrag" zu meinem Action-Abenteuer. Canyoning macht wirklich unheimlich viel Spaß. Ich mußte mich vorher doch etwas überwinden in das ca. 5 Grad kalte Wasser zu steigen und zu wissen, dass ich dort die nächsten zwei Stunden verbringen werde. Allerdings ist das endlich mal eine Sportart bei der es einem zugute kommt, wenn man nicht Kleidergröße Zero trägt, ich habe immerhin während der gesamten Zeit nicht gezittert wie so manch andere. :) Wer diese Sportart noch nie gemacht hat kann vielleicht nicht ganz nachvollziehen, wieso ich es Sport nenne aber man läuft durch das Wasser, von Knöcheltief bis hin zu schwimmfähig und versucht nicht auszurutschen und einen nächsten sicheren Schritt zu gehen. Daneben darf man sich immer mal wieder durch "kleine" Löcher hinduchschieben, mehrere Wasserfälle runter springen (der höchste war ca. 7m, sah aber von oben wie mindestens 15m aus) und Wasserrutschen hinunter gleiten. Diese zwei Stunden waren wirklich anstrengend aber definitiv die Mühe dieser tollen Erfahrung wert, denn man sieht Abschnitte des Canyons die man sonst nicht sehen könnte und auch aus einem anderen Blickwinkel. Nachdem wir dann endlich alle glücklich zum Endpunkt kamen gab es die Hiobsbotschaft, jetzt müssen wir alle noch ca. 50 min kletten und wandern um zum Startpunkt zurück zu gelangen. Natürlich mußten wir unsere Neoprenanzüge anbehalten, denn die freien Hände brauchten wir ja um uns an den Ästen und Steinen mal hochziehen zu können. Sauna pur und nach bereits einigen Minuten wollte ich nur noch zurück in den kalten Fluss. Am Ende haben wir es aber alle geschafft und konnten uns am Fleischbuffet die Kalorien wieder anfuttern. Dies war für mich auf jeden Fall ein tolles Erlebnis und ich würde das gerne wiederholen, nur ohne die Kletterpartie am Ende.

Bucht von Kotor

Nach dem wir vom Landrover aus der Taraschlucht gehievt worden waren, führte uns unser Weg in die Bucht von Kotor. Dabei handelt es sich um eine Art Fjord, eine Bucht, die tief ins Festland schneidet und von Bergen umrahmt wird. Unbeschreiblich schön war es dort. Außerdem wurden wir Teil einer Camping-Elternclique. War für uns das erste mal außerhalb des Dunstkreises von Geburtsvorbereitungs-Bekanntschaften. So lange sind wir ja noch nicht Eltern. Wir lernten Lars und Annemieke mit ihren Töchtern Lisa (3) und Rosanne (1) aus Amsterdam und Janina und Tobias mit Joost (6 Monate) und Lia (3) kennen und trafen uns zum Grillen und am am Strand. Außerdem hatten wir noch Hochzeitstag. Ich wurde auf eine Bootstour mit Picknick und Aufenthalt in Kotor entführt. Wir hatten ruhige Tage in postkartenartiger Umgebung, einen hübschen aber nicht spektakulären Campingplatz und nette Tage. Mehr dazu würde Euch alle langweilen, daher sollen hier Bilder sprechen:

Und noch ein Goodie für die Asterix und Obelix Fans:

Logbuch der Elternzeit, Tag 54

24.08.2014 12:43

Halbzeit und viele schöne Orte

Bis gerade eben befanden wir uns im Durmitor-Gebirge in Montenegro.

Dabei handelt es sich um einen kleinen, kompakten aber hochalpinen Gebirgszug, der alleine schon einen Montenegro-Urlaub rechtfertigen würde. Dazu jedoch später noch einmal, denn jetzt kommen mal wieder ein paar Eltern-Themen: 

Krankheitssorgen:

Das Kind läuft aus, das Kind läuft aus und es fühlt sich an wie eine Wärmflasche. Durchfall und 39,4°C Fieber bei 32°C. Am Tag zuvor war noch alles ok. Kjell schien sich auch gar nicht mal besonders schlecht zu fühlen, wir dafür um so mehr. Was nun, ADAC-Dolmetscher, serbisches Krankenhaus oder isotonisches Getränk einflößen, das wir wohlweißlich in unserem Arzneikoffer haben, Fieber beobachten und aktiv zuwarten? Wir entschieden uns für die letztere Variante, machten uns jedoch den ganzen Tag Sorgen. Kein so schönes Gefühl, das verhagelt einem den ganzen Tag. Der Blick in die Windel und auf das Fieberthermometer am nächsten Morgen zeigte, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Keine Ahnung was da los war. 

Entwicklungsschritte:

Kjell entwickelt sich, natürlich, weiter. Pi hat er nun schon bis zur 40sten Stelle intus, bei der vereinfachten chinesischen Schrift macht er Fortschritte und klettern tut er derzeit im 7. Schwierigkeitsgrad. Im Ernst, Kjell ist in keinem Gebiet ein Frühstarter aber es tut sich was. Er hat nun endlich den 360°-Drehwurm und er hat sich wirklich schwer damit getan. Damit hat auch das blöde Gejammer ein Ende. Zuvor konnte er sich nur auf den Bauch drehen, was ziemlich dumm für ein Baby ist, das die Bauchlage hasst. Doch nicht nur das Drehen klappt nun, nein der Raketenwurm kann auch sitzen. Er kommt zwar noch nicht selber in den Sitz, aber wenn man ihn hinsetzt, balanciert er sich aus. Das hat einen großartigen Nebeneffekt: Kjell kann nun in der Kraxe sitzen, die wir zur Geburt von meinen Arbeitskollegen bekommen habe. An dieser Stelle noch einmal ein großer Dank an alle Beteiligten bei Grabarz und Partner. Die Kraxe mag Kjell sehr gerne und sitzt stundenlang darin, glotzt, schläft oder haut uns auf den Hinterkopf. Was nun für mich auch passé ist, ist mein durchgehender Schlaf. Steffi hat vollständig abgestillt, was für mich bedeutet, dass wir abwechselnd die Nachtschicht übernehmen und ich zum Flasche geben nachts ran muss. Das Babys nämlich mit der Abendmahlzeit durchschlafen können sollten, konnten wir Kjell noch nicht begreiflich machen. Zähne hat er übrigens noch immer nicht. 

Tiefschürfender Einschub: Warum eigentlich Raketenwurm?

Darum: 

 

Was gabs noch so?

 

Vom Djerdap zum Tara Nationalpark

Es ging los mit einer Mini-Hiobsbotschaft, Mirko wurde zu einem Klempner-Notfall gerufen und konnte den Qek nicht schweißen. Also fuhren wir auf gut Glück zur nächsten Werkstatt, wo man uns die Rangierrad-Halterung reparierte. Geld wollte man mal wieder nicht von uns, nett die Serben. Wir machten uns auf nach irgendwo in Serbien und gaben uns 3 Tage für den Weg zum Tara Natonalpark. Das bedeutete für uns, dass wir einfach stehen bleiben wollten, wo es uns gefällt. Unsere Nasen führten uns zuerst nach Arandelovac, wo wir auf gut Glück bei einer Tankstelle nach einem Weingut fragten. Die Gegend ist eines der größten Weinanbaugebiete Serbiens. Wir wurden auf ein wunderschön gelegenes Weingut geschickt und was uns hier, neben einer kostenlosen Übernachtung, erwarete, war kaum zu toppen. Wir waren im kulinarischen Himmel gelandet. Mittagessen, Abendessen, Weinprobe...alles auf hohem Niveau und extrem lecker und am Ende gabs noch Reisetipps vom Besitzer persönlich. Ein wirklich lohnender Boxenstop.

 

Tara Nationalpark

Einen süßen Campingplatz erwischten wir im Tara Nationalpark. Betrieben wird er von einem alten Mann, der damit seiner Birnenbaumplantage einen Zusatznutzen abringt. Aus den Birnen destilliert der gute Mann einen preisgekrönten Rakia, den er an die Camper verhökert. Man kann sich nur darüber streiten, was genau an diesem Platz einen Preis-Aufschlag von 100% auf die üblichen serbischen Camping-Platz-Preise rechtfertigt. Ich vermute, dass die positive Erwähnung im ADAC-Campingführer dafür ausschlaggebend ist, die nebenbei auch zu einem ziemlichen Überschuss deutscher Urlauber führt.

 Der Tara Nationalpark liegt ganz im Westen Serbiens an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Es handelt sich dabei um ein kleines Mittelgebirge mit vielen Wandermöglichkeiten und zwei wunderschönen Stauseen. Leider war der Park für uns nur sehr schwierig zu erschließen. Unser Campingplatz, der einzige der für Wohnwagengespanne geeignet war, lag ziemlich am Rande der interessanten Gebiete. Das bedeutete wiederum 1-2 Stunden Serpentinen-Geschrubbe, bevor man irgendwo landete, wo man wandern oder baden konnte. Grundsätzlich machbar aber nervig. Wir haben aus Zeitgründen viel der Landschaft eher aus dem Auto heraus betrachtet als uns wirklich mit ihr auf Tuchfühlung gehen zu können. Ich habe allerdings hier meine erste kleine Vater-Sohn-Wanderung mit der Kraxe absolviert. Ganz großartig auch, die Serben haben kleine Hausboote als Angelhütten auf dem Perucac See liegen. Für mich als Hausboote-Fan natürlich sehr interessant. Sowas möchte ich auch haben.

Nach Montenegro

Nach kurzer Fahrzeit erreichten wir die Grenze zu Montenegro, Kjell heulte beim Grenzübertritt kläglich vor sich hin, was den Grenzbeamten dazu veranlasste, die 70 Pässe des Reisebus vor uns bei Seite zu legen und unsere mit einem grinsenden "Beba crying?" vorzuziehen. Das ist doch ein nettes Ankommen in dem Land, dass es sehr schwer haben wird, weil wir daran so hohe Erwartungen haben.

Biogradska Nationalpark

Unser erstes Ziel war der Biogradska Nationalpark...eigentlich nicht. Da ich aber für Steffi in der Gegend ein kleines Geburtstagsarrangement organisiert hatte, starteten wir also mit dem ältesten Nationalpark Montenegros. Der Stellplatz war grandios in einem lichten Wald, von uralten Bäumen umringt, vor einem der schönsten Seen des Landes, der mit seinen erfrischenden 17°C zum Baden einlud. Ein paar nette Wanderungen gab es hier und der angeblich älteste Urwald Europas. Und die bösartigsten Mücken der bisherigen Reise.

 

Kolasin

Entspannte 30 Min Fahrt von Biogradska entfernt liegt die Stadt Kolasin, ein völlig uninteressantes kleines Nest. Aber Kolasin hat ein erstklassiges SPA-Resort, in das ich Steffi zu ihrem Geburtstag für eine Übernachtung einlud. Zufällig war das auch genau die Halbzeit unserer Elternzeitreise und auch dies ein guter Grund einfach mal eine Nacht blitzblank und gut riechend, nach einem Wellnesstag und einem leckeren Essen in ein einem echten Bett zu schlafen.

Weg in das Durmitor-Gebirge

Eigentlich wollten wir auf schnellstem Wege, mit einer Übernachtung an einem schönen Ort, ins Durmitor. Doch es verschlug uns unverhofft an einen sehr schönen Stausee in der Mitte der Strecke, wo wir uns dreist zu einer Gruppe Dauerwildcamper gesellten, die ihre Wohnwagen an der See-Straße installiert hatten. Wir spazierten dann auf "deren" Strand und wurden erstmal kritisch beäugt. Kjell brach jedoch das Eis und zuletzt wurden wir zu Tomaten aus dem eigenen Garten und Mamas selbstgebackenem Brot eingeladen. Es wurden dann zwei Übernachtungen daraus, es war auch einfach viel zu warm, um nicht den ganzen Tag immer wieder ins Wasser zu springen, statt Auto zu fahren. 

 

 

Durmitor

Das Durmitor ist ein Touristen-Magnet für Wanderer. Wir erwarteten demnach im Hauptort Zabljak so eine Art Innsbruck oder zumindest Sölden. Nun gut, Zabljak hat einen Supermarkt, drei bis fünf Outdoor-Activity-Agenturen, zwei Pizzerien, vier Restaurants und 2.000 Einwohner. Unser Plan war es, einen bestimmten Campingplatz anzufahren, leider habe ich wohl irgendein Schild übersehen. Ich landete auf einer Straße, die definitiv nicht für Gespanne gedacht war. Die Steigung zwang den Volvo ziemlich in die Knie, nach dem Abstoppen vor einem Schlagloch gab es kein Anfahren mehr. Der Versuch brachte uns den Nebel des Grauens, die Kupplung war erstmal eine rauchen gegangen. Kein Vortrieb mehr und die 700 Meter rückwärts mit Hänger ohne die Möglichkeit vorwärts fahrend zu korrigieren erschien mir nicht als Option. Also Handbremse auf Anschlag, Gang rein und auf die Suche nach ein paar kräftigen Jungs gemacht und gefunden. Sieben Belgier schoben, trugen und lupften den Qek auf eine ebene Einfahrt, so dass wir, nach dem Abkühlen der Kupplung, drehen, ankuppeln und abwärts zurück fahren konnten. Am nächsten Campingplatz gedachten wir dann, den Qek unten stehen zu lassen und die Steigung zum Platz erst mal nur mit dem Wagen zu erforschen. Plötzlich sprang ein gestikulierender, freundlich winkender, schnurrbärtiger Mann aus unserem Volvo. Also nicht direkt aus unserem, sondern dem gleichen Volvo 940 Kombi mit dem wir unterwegs sind. Wir beglückwünschten uns gegenseitig zu unseren Fahrzeugen und es stellte sich heraus, dass Mina zufällig sehr gutes Deutsch spricht, er war vor 20 Jahren Fischkoch auf Sylt. Außerdem ist er auch noch der Betreiber des besagten Campingplatzes. Um unsere Kupplung zu schonen, hängte er den Qek bei sich an und dampfte hoch und wir hinterher.

Im Durmitor hatten wir eine Seewanderung, eine Kack-Wanderung und ich eine verflixt anstrengende Bergwanderung, doch der Reihe nach. Der größte Bergsee des Durmitors ist der Crno Jezero, der Schwarze See. Dieser ist zwar eher grün aber wer sind wir, hier die Besserwisser zu spielen. Um eben diesen See führte uns unsere erste gemeinsame Wanderung. Ein grandioses Bergpanorama und das nur 20 Minuten vom Campimgplatz entfernt. 

Für die nächste Wanderung gebührt großes Lob dem Rother Wanderführer Montenegro. Wer auch immer den geschrieben hat, gehört verhauen. Da steht man also an einem bewaldeten Hang und liest folgende Wegbeschreibung: "Wir queren eine Senke und wenden uns nach einem großen Baum nach links, um nach kurzer Zeit auf einen verwachsenen Hirtenpfad zu stoßen" Nach einem Baum also – im Wald! Nach kurzer Zeit - soso! Wir liefen dann ein gutes Stück Straße, statt des angeblich wunderschönen Hirtenpfades, denn, dass uns diese auf einen späteren Einstiegspunkt führen würde, konnten wir der Karte entnehmen. Dann endlich in einer Spitzkehre gingen zwei Trampelpfade von der Straße ab, den Hang hoch. Doch Moment, was sagt der Wanderführer hier? "Nehmen sie den aufwärts führenden Pfad." Dämlicher, VHS-Kurs gelernter, Möchtegern-Autor, das ist keine Übung in kreativem Schreiben, das ist ein Wanderführer. Im Hochgebirge kommen Leute wegen sowas ums Leben. Was soll ich sagen, 50:50 Chance und falsch geraten, drei Stunden durch pieksendes Gestrüpp geirrt, nach Hause und Frust-Bier am Lagerfeuer. Kjell fands ok, der hatte nix zu meckern.

Im Durmitor trafen wir zwei alte Bekannte, Cascha und Piotr, mit denen wir schon auf dem Birnenbaum-Campingplatz ins Gespräch gekommen waren. Die beiden machen von Polen aus eine ähnliche Route wie wir, nur per Anhalter. Piotr hatte auch Lust auf eine ordentliche Bergwanderung, Steffi gab mir "Familien-Frei" und so ging es los auf eine Tour die Piotr von zwei 70jährigen als eine "gut zu machende, einfache Bergwanderung" beschrieben worden war. Es stellte sich heraus, dass das schon eine ernstzunehmede Nummer war, mit leichten Kletterstellen am Grat, teilweise mit Drahtseilen versichert, bis auf 2.400m Höhe. Einfach war da nichts, entsprechend kamen wir nach fast 8 Stunden auch ziemlich fertig zurück, aber es war super!


Logbuch der Elternzeit, Tag 38

05.08.2014 11:39

Of course, this is Serbia

Unser aktueller Status: Entspannt in Serbien, es ist unser letzter Tag im Djerdap Nationalpark, ich liege in der Hängemtte während ich dies hier schreibe und wir haben von diesem, bestimmt beeindruckenden, Nationalpark im Grunde nichts gesehen...und das ist mittlerweile auch ok so. 

 

Wir haben uns für die vergangenen 5 Tage auf einem gammelig-schönen Campingplatz eingenistet. Umringt von serbischen Dauercampern sind wir hier sowas wie eine bunte Kuh. Den Campingplatzbetreibern fiel tatsächlich auch ganz schön die Kinnlade runter als wir sagten, wir würden 5 Tage bleiben: "Ausländer sind bei uns immer maximal 2 Tage!" war deren Kommentar dazu. Wir durften trotzdem bleiben. Strom haben wir auch wieder, nachdem jemand über die Steckdose an unserem Kabel gefahren ist. Passiert nie wieder, hier die serbische Lösung:

Wetter ist mittlerweile auch richtig gut geworden, mit blauem Himmel bei 30° C. Der Ort in dem wir uns befinden heißt Veliko Gradiste und liegt am Silbersee (Srebrno Jezero). Wie wir feststellen durften, handelt es sich dabei um das Rimini Ost-Serbiens. Es gibt eine mittelgroße Strandpromenade mit vielen Restaurants und Cafés und 2 Diskotheken (ich nenne das bewusst nicht Clubs). Das Preisniveau hier ist eine Unverschämtheit, finden die Serben. Wir finden, zwei große heiße Schokoladen und ein Milchkaffee für insgesamt 3,40 € oder Cevapcici im Fladenbrot mit Salat für 1,90 €, ist für uns schon ok. Aber ein Serbe verdient im Durchschnitt für eine ungelernte Tätigkeit auch nur 300 € im Monat. Ein gelernter Handwerker-Job wird mit 1000 € vergütet. Da sind die Preise dann natürlich schon heftig.

Wir hatten leider keine so gute Zeit bevor wir nach Serbien einreisten, darum tut uns diese Pause hier auch wirklich gut.

Kjell, die Nervensäge:

Leider war unser Sohn in den letzten Tagen ein ziemlich anstrengender Geselle. Die Symptome waren ein extrem leichter Schlaf und mehrfacher Voll-Alarm in der Nacht, sofortiges Geheule, wenn er mal nicht auf dem Arm war, extrem anstrengendes Essverhalten bis hin zur Nahrungsverweigerung durch Zerstäubung des Mundinhalts in Richtung des Fütternden. Wahrscheinlich hängt das alles miteinander zusammen, wir vermuten, dass ihn sein Kiefer nervt, weil er sich z.B. selber immer mit der Faust in den Mund boxt. Aber Zähne sind nicht zu sehen. Das alles wird seit 3 Tage wieder besser aber es hat wirklich an den Nerven gezehrt.

Wetter, das Arschloch:

Allenthalben erzählt man uns das die Region seit Jahrzehnten keinen so miesen Sommer erlebt hat. Wir konnten das bisher nicht ganz nachvollziehen. Für hamburger Verhältnisse ist das eigentlich ganz ok und wenn es regnete waren wir eh on the Road. Aber die letzten Tage in Rumänien und die ersten beiden in Serbien, haben die Stimmung ganz schön runter gezogen. So viel Wasser von oben sieht man selten, Straßen wurden zu Schiffahrtsstraßen, Schlaglöcher zu Angler-Paradiesen und aus Wiesen wurde Watt.

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Kai & Steffi, die Unausgeglichenen

Wetter und Kjell taten das Eine, immer wieder nicht umsetzbare Pläne und Aktivitäten das Andere. Wir waren hochgradig reizbar und jede Aussage, die falsch interpretierbar war, wurde auch falsch interpretiert, um möglichst Streit vom Zaun brechen zu können. Ziemlich scheiße können wir zueinander sein, wenn die Rahmenbedingungen so richtig zum Kotzen sind. Ein klärendes Gespräch brachte das Ergebnis, dass wir wohl unsere Ansprüche an die Reise noch weiter runterscherauben müssen, die Dinge, die wirklich gut funktionieren, höher gewichten sollten und in Zukunft auch öfter mal Aktivitäten alleine machen müssen, die mit der Familie nicht zu bewerkstelligen sind. Denn es wäre ja schade, wenn am Ende der Reise die Erkenntniss stünde: wären wir mal nur 3 Monate an die Ostsee gefahren.

So geht es weiter

Morgen, nachdem der Schaden am Qek geschweißt wurde (Geschichte dazu siehe unten) geht es dann weiter nach irgendwo im Landesinneren Serbiens. Wir wissen nicht genau, wohin es uns verschlagen wird. Letztendliches Ziel wird jedenfalls der Tara Nationalpark an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina sein.

Was noch geschah

Sibiu

Nach Cluj-Napoca schloss sich direkt die nächste Siebenbürgische Stadt an, Sibiu oder auch Hermannstadt. In Sibiu standen wir auf einem hübschen Campingplatz unter Deutscher Führung. (Wie sich das anhört....!) Sibiu war ganz hübsch, ich glaube aber langsam, Rumäniens Städte bieten, wie schon im verherigen Eintrag über Cluj-Napoca erwöhnt, nicht das, was wir suchen. Oder wir hätten dafür vieleicht nach Bukarest gemusst.

Retezat Nationalpark

Unsere vorletzte Station in Rumänien sollte der Retezat Nationalpark sein. Eine faszinierender hochalpiner Gebirgszug im Miniaturformat, was die räumliche Ausdehnung betrifft. Viele gut ausgezeichnete Wanderwege, ordentliche Hüttenabdeckung, insgesamt geringer alpinistischer Schierigkeitsgrad. Es hätte so schön sein können, leider hat sich Steffi von einer Hüttenwirtin total verunsichern lassen, die ihr nahelegte, eine solche Hüttenübernachtung wäre nichts für ein Baby, da es keine Heizung und kein warmes Wasser gäbe. Im Nachhinein haben wir da nicht geschaltet, denn das ist totaler Quatsch. Kjell hat schon bei 0° C im Wohnagen in seinem Daunenschlafsack super gepennt und den haben wir sogar mit. Wir waschen Kjell eigentlich immer mit kaltem Wasser. Außerdem haben die da eine Gastronomie auf der Hütte, es wäre wohl möglich 200 ml heißes Wasser für ein Fläschen zu bekommen. Blöd gelaufen! Ohne Basis-Hütte ist nun aber die Erkundung eines Gebirges mit Baby nicht möglich, da man dann ja immer aus dem Tal aufsteigen muss. Aufstieg und Abstieg machten insgesamt 5 h und damit das zeitliche das Maximum aus, das wir Kjell zumuten wollten. Haben wir gemacht, an der Baumgrenze gekratzt und damit den hochalpinen Charakter des Gebietes gar nicht erst zu sehen bekommen. Camping-Platz war so mittel, wir hatten die hälfte der Zeit kein fließendes Wasser aber am ersten Abend immerhin nette Nachbarn, die uns zu Obstler (Palinke), mit Blaubeeren angesetzt, einluden.

Nera-Klamm

Straßen auf der Karte sind in Rumänien ja nicht zwangsläufig auch Straßen in der Realität. Es können auch schon mal Trampelfade oder Enduro-Strecken, sein. Es ist unbedingt ratsam, seine Route auf die größeren Straßen zu legen, auch wenn dies größere Umwege bedeutet. Auf dem Weg in die Nera-Klamm taten wir genau dies und fuhren so lange wie möglich die großen Straßen, damit wir nur die letzten 2 Kilometer dann auf einer Holperpiste zurücklegen hätten müssen. Am Ende der Welt in einem kleinen Dorf, endete die Straße und die Offroad-Strecke begann. Ein entgegenkommender Rumäne im PKW sagte uns, dass wir es vollkommen vergessen könnten, diese Straße nit einen Wohnwagen zu versuchen. Das hieß für uns 3 1/2 Stunden zurück und aus der anderen Richtung versuchen. Da wir hier nicht im Dunkeln fahren, vertagten wir die Weiterfahrt und ergestikulierten uns einen Stellplatz auf einer Wiese am Fluss des Dorfes. Plötzlich tauchte eine Nachbarin auf, die monatsweise als Altenpflegerin in Österreich arbeitet und in sehr passablem Deutsch parlierte. Sie versorgte uns mit Wasser, herzte Kjell und lud uns für den nächsten Morgen zum Frühstück in Ihr Haus ein, in dem Sie mit Mann, Tochter und Enkel wohnt. Leider wissen wir ihren Namen nicht mehr, da ihr Name eine unaussprechliche Aneinanderreihung von Konsonaten war.

An der Nera-Klamm angelangt, gönnten wir uns für zwei Nächte ein Zimmer in einer Pension. Der Betreiber, ein Serbe aus Österreich, war nett aber sehr seltsam. Es gab in der Pension generell ein Tagesgericht, der Typ sagte aber auch immer direkt dazu: "ich mache Ihnen was sie wollen, kein Problem". Daraus ergaben sich dann Dialoge wie dieser:

Kai: Was gibt es denn heute bei Ihnen?

Wirt: Tomatensuppe, ich mache Ihnen aber auch alles Andere, ist gar kein Problem.

Kai: Was haben Sie denn noch? Suppe ist uns heute etwas zu wenig, wir haben richtig Hunger

Wirt: Ja, sagen Sie nur, ich mache Ihnen alles, was sie wollen.

Kai: Ja, aber so einen Anhaltspunkt, was Sie denn da haben bräuchte ich schon?

Wirt: Viel, ich habe einiges da, kann ich Ihnen alles machen, wenn sie wünschen, ist gar kein Problem.

Kai: Gut, grillen Sie uns dann vielleicht ein Schweinenacken-Steak mit Pommes und ein Salat dazu?

Wirt: Schweinenacken hab ich nun nicht, ich kann Ihnen ja nur machen was ich da habe, aber das ist dann alles kein Problem.

Ich hatte kurz damit geliebäugelt, Schokofondue, Rheinischen Sauerbraten, gegrillte Austern, Kaiserschmarren und Matjes auch abzuklopfen. 

Die insgesamt 3 Tage in der Gegend waren ziemlich regnerisch und die Stimmung (s.o.) war ordentlich im Keller. Der missglückte Retezat NP, Kjell und wir nervten uns gegenseitig. Steffi wollte alleine eine Quad-Tour machen aber das Quad ging kurz vorher kaputt. Ich wollte eine Rafting-Tour durch die Schlucht machen aber der Pensions-Typ vergaß mir bescheid zu sagen. Als die Stimmung nicht mehr zu ertragen war, ging es mal wieder an eine paartherapeutische Aussprache. Das half und wirkt bis heute sehr positiv. Zu guter letzt konnte ich am letzten Tag doch noch die Rafting-Tour machen, was mich mit dem Ausklang der Rumänienzeit wieder versöhnte. Eine wirklich imposante Schlucht ist das, wir hatten plötzlich wieder tolles Wetter, einfache Stromschnellen und eine nette Raft-Mannschaft rundeten den Ausflug ab.

Fahrt nach Serbien

Es gibt ja so Tage an denen irgendwie nichts funktioniert und manchmal findet man sowas unerträglich. In anderen Momenten, erträgt man gleiches Unbill mit einer stoischen Gelassenheit, dass man sich (insbesondere ich mich) gar nicht wieder erkennt und in einem buddhistischen Kloster wohl aufgehoben wähnt. Solch eine Tag war der Reisetag nach Serbien. Die Abfahrt lief ganz gut und wir machten auch einige Kilometer, bis wir auf der Karte mal wieder eine Abkürzung auszumachen schienen. Die Piste wurde immer löchriger, bis uns irgendwann ein entgegenkommender offroad-tauglicher LKW mit sehr großen Reifen signalisierte, dass für uns das Ende dieser Straße nun erreicht sei, wenn wir irgendwo heil ankommen möchten. Wir machten also kehrt. Auf dem Rückweg knallte die Deichsel des Wohnwagens in einer Senke auf den Boden. Als uns ein überholendes Fahrzeug auf irgendeinen technischen Defekt hinwies, erschein es uns an der Zeit, nachzusehen, was denn der Mini-Crash wohl für Folgen gehabt hatte. Leider war der Adapter, der unser 13-poliges Kabel mit den 7-poligen Anschlüssen an Anhänger und Volvo verband, verschwunden. Ein Absuchen der zurück gelegten Strecke blieb erfolglos. Also Wohnwagen abgestellt und zurück in die nächste Stadt und durchgefragt, wer denn wohl so ein Kabel verkauft. Tatsächlich waren wir ziemlich schnell erfolgreich. Tankstelle schickte uns zum Elektroladen, der unseren Stecker verkaufte und der schickte uns zu einer Werkstatt, der 13-polig auf 7-polig umlötete und den Stecker befestigte. Das war innerhalb von 2 Stunden erledigt. Doch die nächste beinahe-Katastrophe ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Kabel war alles ok, ich koppelte den Wohnwagen an und wir fuhren los, da verabschiedete sich der Hänger und fiel einfach vom Auto ab. Ich hatte wohl die Verriegelung nicht einrasten lassen. Da das glücklicherweise beim Anfahren und nicht schon mit Tempo passierte, hat es "nur" die Aufnahme für das Rangier-Rad zerlegt. Das muss nun geschweißt werden, was von Mirko gemacht wird. Das ist der Mann von Susi, der Verkäuferin an der Wursttheke im hiesigen Supermarkt. Mirko ist Klempner, hat lange in Hanau gelebt und machts nun heile. Und Alexandra, die Tochter von Susi, arbeitet in einer Tankstelle wo wir praktischer- und verbotenerweise unsere leere Gasflasche mit LPG-Autogas füllen lassen konnten. Ob so etwas verboten ist, interessiert hier niemanden. Unser Nachbar auf dem Campingplatz sagte dazu:" Of course, this is serbia. " Dafür haben wir uns bei den Beiden mit einem Grillabend revanchiert.

Logbuch der Elternzeit, Tag 23

20.07.2014 22:58

Keilriemen, Keilereien und Kaiserwetter

Die Familie sitzt im Auto, der Qek folgt uns unauffällig, wir sind noch immer in Rumänien und fahren von Cluj-Napoca nach Sibiu. Um genau zu sein befinden wir uns nicht einfach irgendwo in Rumänien, sondern in Transylvanien. Dies ist nun also die Heimat Graf Draculas und der Vampire. Die Armen tun mir etwas leid, denn es scheint fast immer die Sonne und am Straßenrand wird, neben Tomaten und Wassermelonen auch Knoblauch in rauen Mengen verkauft. Ansonsten fallen uns einige unerwartet Dinge an Rumänien auf: man kommt man hier mit Englisch prima durch, es ist extrem sauber hier und überall hängen Mülleimer auf öffentlichen Straßen, es gibt kein Betteln in unserem Sinne, denn anscheinend bewahren sich die wirklich armen Menschen ihre Würde, in dem sie irgendwas zum Verkauf anbieten, sei es der unnützeste Schrott. Außerdem haben wir anscheinend das älteste Auto hier. Ich warte nur noch auf so eine Auto Import-Export Visitenkarte an der Scheibe.

Aber von Anfang an:

Ungarn

Nach dem wir in der Slowakei unsere Zelte abgebrochen hatten, ging es via Ungarn in Richtung Rumänien. Da wir uns vorgenommen haben, kjellkompatibel maximal 4 Stunden am Tag zu fahren, legten wir in Ungarn einen Zwischenstop auf einem Campingplatz auf dem platten Land ein, den wir direkt um einen Tag verlängerten, denn Eintritt in das angrenzende Freibad und Therme waren im Preis inbegriffen. Wir dachten, ein Ruhetag könnte Kjell ganz gut tun. Falsch gedacht, der junge Mann hatte danach einen richtig genervten Abend und wir auch. Zu wenig Action kann der Raketenwurm nämlich genauso wenig leiden, wie zu viel davon.

Das erste richtige Reiseabenteuer erwartete uns ziemlich direkt hinter der Grenze zu Rumänien.

Rumänien

Ok, Batterieleuchte rot…kein gutes Zeichen. Wie lange fährt der Volvo noch ohne Ladestrom? In der Innenstadt von Oradea will man nicht unbedingt mit dem Gespann stehen bleiben. Also erstmal weiter, auf Motortemperatur achten und gucken wie lange das gut geht. Blöd, auf der Transitstrecke kurz hinter Oradea, wo sich ein lebensmüde rasender LKW an den anderen reiht, möchte man auch nicht mitten auf der Landstraße…jetzt ist der Motor aus, wir stehen mitten auf der Straße. Aus dem Auto gesprungen, wie war noch das internationale Zeichen für "Hilfe"? Ach ja, wie wild mit den Armen fuchteln, das sollte auch hier verstanden werden. Ein entgegenkommender Wagen und mein Nachfolger halten. Plötzlich sind 6 Leute am Auto, da gewinnt der Begriff der rumänischen Schieberbande ein ganz neue Bedeutung. Wir werden auf den Parkplatz des gegenüber liegenden Hotels geschoben. Gute Wahl, hier gibt es Essen, Getränke und die Möglichkeit mit dem Wohnwagen notfalls zu übernachten.

Noch habe ich allerdings Hoffnung. Kurzer Blick in den Motorraum eröffnet, der Keilriemen ist gerissen und liegt unten rum. Es sollte wohl möglich sein, dass der ADAC-Mann einen mitbringt und flugs einbaut. Nö, leider nicht. Der ADAC kann nur helfen, in dem er abschleppt, der hat keine ausgebildeten Mechaniker in Rumänien auf der Straße. Also Wagen aufgeladen und zurück nach Oradea und dort dann zur Werkstatt des Freundes des Cousins, der den Mann des Hundesitters der Putzfrau gut kennt. Ich habe tatsächlich keine Ahnung, warum die Wahl auf diese Werkstatt fiel. Bogdan, der Besitzer, ist wirklich nett, spricht gutes Englisch und strahlt geballte Keilriemen-Kompetenz aus. Das ganze endet allerdings darin, dass drei Mechaniker, wild gestikulierend mit verschiedenen Keilriemen hantieren, Lichtmaschine raus, Lichtmaschine rein, eine Gewindestange wird zurecht gesägt, nochmals von vorn, andere Riemen lösen und auf andere Verbraucher-Rollen umlegen…ich gucke jetzt einfach weg, alles wird gut. Nach ca. 4 Stunden, es dämmert langsam, ist angeblich alles ok. Schuld ist jemand, der in Deutschland nicht fachgerecht am Auto gearbeitet hat. Geht jetzt für die Reise, ich soll zu Hause aber zur Werkstatt und das mal ordentlich machen lassen. Aha gut, nehme ich jetzt einfach mal so hin.

Am nächsten Morgen nahmen wir dann endlich wieder Fahrt auf und erreichten unser erstes Ziel, Cluj-Napoca. Dort fuhren wir einen, von Niederländern betriebenen, Campingplatz an. Ganz viele Holländer und wir als einzige Deutschen und dann kein WM-Finale gegen Holland, sehr schade. 7-8 Tage sollte dies nun unsere Homebase für Ausflüge in die nähere Umgebung sein.

Es war jedoch auch der Ort, in dem uns bewusst wurde, dass wir hier nicht einfach Urlaub machen, sondern diese Elternzeit unter anderem dazu dient, uns unserer Rollen bewusst zu werden. Das bedeutet, wir machen uns Gedanken darüber ob und an welchen Stellen wir unbewusst und ungewollt in gelernte Handlungsmuster fallen, die unsere Eltern uns vorgelebt haben. Oder an welchen Stellen wir genau dies richtig und ok finden. Die Holländer durften jedenfalls erleben wie ordentlich die Fetzen flogen, da Steffi mir vorwarf, mich zu wenig in Kjells Betreuung einzubringen. Ich sah das anders, ich fühlte mich mit der Reiseorganisation zu allein gelassen, so dass ich wenig Zeit und Möglichkeiten hatte, mich ordentlich auf Kjell einzulassen. Wir lernen und üben noch aber es wird besser.

Dazu kam, dass Kjell eine sehr anstrengende Phase hatte, immer Nähe suchte und schnell gestresst oder gelangweilt war und keinen besonders tiefen Schlaf hatte. Das führte dazu, dass wir uns wiederum oft einarmig (weil Kjell auf dem Arm), müde, gestresst fühlten. Bei Steffi mischte sich auch eine gewisse Unzufriedenheit dazu, da wir nur einen Bruchteil der Freizeitaktivitäten und Unternehmungen wahrnehmen, die wir als "Dinks-Pärchen" (Double income no kids) durchgezogen hätten. Diese Unzufriedenheit erzeugte Steffi ein schlechtes Gewissen, wir hatten schließlich immer gesagt, Kjell gäbe das Tempo vor. Ich komme damit besser klar, ich ärgere mich nur etwas darüber, dass wir uns das Klettern abschminken können, solange wir nicht noch andere Kletterer finden. Wir haben in der Slowakei schon beim ersten Versuch gemerkt: Das wird so nichts. Man kann ja nicht der an der Wand Free Solo weiter machen, wenn der Sichernde sich mal zwischendurch ums Kind kümmern muss. Kann man nichts machen, müssen wir mit leben. Kjells erster Kletterversuch jedenfalls sah vielversprechend aus.

Aber wir waren ja nicht völlig tatenlos, und die Gegend um Cluj hat einiges zu bieten, im Einzelnen gab es da:

Wanderung durch die Turda-Schlucht:

Eine wunderschöne Schlucht mit 300 m hohen Wänden und "leider"(s.o.) einem großen, gut erschlossenem Klettergebiet. Man konnte sogar im Fluss schwimmen. War ziemlich warm, da es kein Gebirgsfluss ist.

- Die Salzminen von Turda

Was sich anhört wie ein Kapitel aus einem Fantasy-Roman, ist eine riesiges Gang- und Höhlen-Konstruckt unter Tage. Ich kündigte Kjell den Ausflug mit den Worten an: "Ich werde beeidruckt sein", was Steffi sehr belustigend fand. Aber tatsächlich, ich war beeidruckt. Unglaubliche Ausmaße hat dieses ehemalige Bergwerk, in dem man nun Riesenrad fahren, auf einem unterirdischen See in Paddelboten herumgondeln und minigolfen kann.

Wanderung durch die Wälder und über einen Bergkamm im Apuseni-Gebirge

Das war mal eine längere Wanderung, die Kjell bravourös gemeistert hat. Fröhlich saß er in der Manduca und ersetze uns mit seinem Geschnatter und Gejohle die Anti-Bären-Tröte, die wir schlauerweise vergessen hatten. Apuseni ist Bärengebiet und man soll sich durch geräuschvolles Verhalten bemrkbar machen, damit Meister Petz sich zurück ziehen kann. Good Job, Kjell!

Besuch der Stadt Cluj-Napoca

Nicht viel zu zu sagen, irgendwie wie Oberhausen. Einzelhandel ist in eine Mall in der Umgebung gezogen, so dass nicht viele Möglichkeiten zum Shopping übrig sind. Da für uns eine gelungene Stadtbesichtigung aber immer aus einer guten Mischung aus Sehenswürdigkeiten und Shopping besteht und auch die Sehenswürdigkeiten nicht so wirklich der Rede wert sind, war das halt ok, mehr nicht. Sibiu, wir zählen auf dich!

Abhängen am Pool und Wohnwagen

 Mehrere Tage bei 28°-30°, Wasser schön kühl, Bücher am Start, Kjell in guten Tagesphasen umgänglich…was will man mehr.

Ach und noch was: Wir freuen uns sehr, dass ihr unser Gästebuch benutzt. Wir freuen uns sehr über jeden Eintrag auch wenn wir dort nicht antworten.

Logbuch der Elternzeit, Tag 7 der Reise

06.07.2014 09:12

Was hab ich davon, mir das Baby auf den Rücken zu schnallen und eine Kammwanderung in der Niederen Tatra zu machen?

Einen nassen Rücken! Kjell sabbert alles mit Inbrunst an, was für seinen kleinen Mund in Reichweite liegt. Da er bei seiner Speichelei mehr Flüssigkeit abzugeben scheint als wir ihm zuführen, vermuten wir: Kjell trinkt heimlich. 

Außer einem sabber-satten T-Shirt bleibt aus unserer ersten Test-Wanderung um den Gipfel des Chopock die Erkenntnis, unser Outdoor-Baby kommt mit Wanderungen um 3 Stunden am Stück klar, braucht dann aber definitiv eine längere Pause zur Erfüllung diverser körperlicher Bedürfnisse. Damit haben wir gerechnet, damit kann man arbeiten.

Ein paar harte Fakten am Rande: Wir befinden uns gerade in der Slowakei, im Ort Liptovský Trnovec auf einem sehr schönen Campingplatz an einem Stausee. 

 

Was in der Zwischenzeit geschah:  Abschied 

Wir hatten einen schönen Abend. Obwohl wir ja nicht mit Open-Return Ticket unterwegs sind und vermutlich schneller wieder da sind, als uns lieb ist, wurde ich doch etwas wehmütig. Der komplette Sommer in Hamburg wird ohne uns stattfinden. Keine Grillabende am Elbstrand, kein Klettersessions an der Außenwand des Kletterzentrums, keine durchtanzten Open Air-Partys mit Locationwechsel, weil die Polizei kommt, keine Kurzaufenthalte am Nord- oder Oststeestrand. Keine Freunde dabei, mit denen man all die sommerlichen Erlebnisse eigentlich teilen würde. Darum haben wir dem Bedürfnis nachgegeben, noch ein letztes mal vor der Reise möglichst viele Freunde um uns zu scharen. Wir haben alle zusammen getrommelt, die uns den Sommer über fehlen werden und einen kleinen Abschiedstrunk genommen. Kjell hat sich gut gehalten und wurde in der MXB-Bar zur Ruhe gebettet und ward kaum mehr gesehen. Wie meistens zu kommunikations-intensiven Gelegenheiten, hat wohl niemand Fotos gemacht. Falls doch, bitte melden. 

Abfahrt

Nachdem wir die halbe Wohnung in Kisten verpackt und die Übergabe an unsere Untermieter vollzogen hatten, ging es daran, Auto und Qek zu packen. Der Wohnwagen darf 140 kg, der Volvo "ausreichend" zuladen. Wir stellen fest: das passt.

Großer Dank gebührt hier Anke und Stine, die uns während der Pack-Aktion Kjell abgenommen haben. Ein weiteres dickes Dankeschön geht an Edin, dessen Dachbox unser Gepäckvolumen um sämtliche Hobby-Utensilien und einen kleinen Kinderwagen erweitert.

Am Samstag, den 28.06., dem exakten bürokratischen Beginn unserer gemeinsamen Elternzeit, ging's dann los Richtung Berlin unserem ersten Etappenziel. Die Fahrt war problemlos, der Qek läuft perfekt hinterher, der Volvo schnurrt.

Berlin

In Berlin gab's für mich dann eine bunte Mischung aus Partyprogramm mit meinem ehemaligen Kollegen David und für uns beide entspanntes Fußball gucken und abhängen mit Lili und Kay aus Berlin. Schön war's, danke an alle, wir kommen wieder ;-) Der Stellplatz in Berlin war nicht der Rede wert, is ok... mehr nicht.

Polen

Die Frage, wie schnell unsere Schutzengel wohl fliegen, ist beantwortet: mindestens 80 km/h nämlich. Sonst wäre unsere Reise in Polen schon geendet. Bei Steffi hätte ein Fahrfehler, bei mir menschliches Versagen bei "Wartungsarbeiten" am Fahrzeug fast zum sehr vorzeitigen Ausscheiden von der Balkan-Rally geführt. Mehr Infos gibt's nicht, ist ja nichts passiert.

Polen war für mich eigentlich nur Transit-Land, Steffi hatte allerdings den Entschluss gefasst, Auschwitz besichtigen zu wollen. Ich war nicht überzeugt, unsere Reise mit derart starken Tobak beginnen zu wollen.  Im Nachhinein muss ich sagen: danke dass du dich durchgesetzt hast, Steffi. Jeder Mensch sollte gesehen haben, zu was Ideologie, Fanatismus und Totalitarismus führt.

By the way — und ich bin mir der Ironie dessen in Anbetracht des oben geschriebenen wohl bewusst — Leuten, die irgendwelche Scheiße in die Kojen eines KZs ritzen, gehören die Finger abgehackt.

Slowakei

Hier sind wir nun (s.o.) , der Weg verlief problemlos, eine Übernachtung auf dem Parkplatz eines Spass-Bades mit Dauer-Landregen inbegriffen.

Darf ich vorstellen – das Reisegespann

17.06.2014 11:46

Auf der einen Seite haben wir da einen Volvo 940 Polar Kombi von 1997, ein seltener Italien-Import mit Klimaanlage, die Steffi besonders wichtig war, weil sich nun unser Zielgebiet nicht unbedingt durch niedrige Temperaturen auszeichnet. Bei der Fahrzeugwahl ging es uns vor allem darum, ein zuverlässiges Zugfahrzeug zu haben, dass wirklich von jedem halbwegs begabten Mechaniker geflickt werden kann. Dank meines Ex-Arbeitskollegen David, der uns super beraten hat, haben wir ein sehr gutes Gefühl mit dem Schlachtschiff. Wie man mir neulich auf die dreckige Scheibe schrieb: "Sie haben den Längsten in der Straße!"

Auf der anderen Seite steht ein Qek Junior mit hydraulischer Auflaufbremse. Der Kleine ist ein geborener Ossi und wurde ursprünglich entworfen, um von Trabi und Lada gezogen zu werden. Er ist aus gammelresistenten GFK und wiegt entspannte 360 Kg leer. Das bedeutet, dass man mit dem 1,5 Tonnen Volvo immer wieder mal hektisch in den Rückspiegel guckt, um sich zu versichern, dass die Knutschkugel überhaupt noch dran hängt. Man vergisst das Ding einfach.

Mittlerweile steckt Liebe und Arbeit in unserem rollenden Heim. Wir haben Vorhänge genäht, Schranktüren mit grüner Folie beklebt, uns über das elektrische System scheckig gelacht. Außerdem haben wir als Lebensraum-Erweiterung ein Vorzelt quasi blind besorgt. Der Verkäufer versicherte uns, der zusammengeknüllte Haufen Plastik, den er uns in einer Umzugskiste aushändigte, sei wirklich ein dichtes Vorzelt. Da wir gutgläubig sind, gingen wir das Risiko ein und ließen die Katze dann bei einem Testaufbau am Plöner See das erste mal aus dem Sack. Und siehe da, wir wurden nicht enttäuscht!

Noch 2 Wochen!

10.06.2014 22:18

2 Wochen noch, langsam werden wir hibbelig. Viel ist schon organisiert, wir sind geimpft, wir haben eine Bären-Abwehr-Tröte (Schwarz-Rot-Gold, auch zur visuellen Abschreckung), der Qek hat endlich eine funktionierende Auflaufbremse und wir damit Haftpflicht-Versicherungsschutz, der Volvo hat TÜV und Kjell hat eine Sonnenbrille. 

Sonnebrille

Reiseführer sind vorhanden aber bisher nicht angerührt und ich habe eine detaillierte Reiseroute ausgearbeitet, die ich nach unserer Abreise sowieso zu verwerfen gedenke.

 

Was noch nicht fertig ist, ist Kjells biometrischer Reisepass. Es ist ungemein wichtig einen solchen zu haben!  Sollte Kjell in Rumänien eine Bank überfallen, einen Terroranschlag in Serbien durchführen oder in Österreich schwarz Bahn fahren, könnte man ihn auf Überwachungsvideos schon bei nur 30% frei sichtbarer Gesichtsfläche, durch den Abgleich mit dem Bild im Reisepass, zweifelsfrei identifizieren. Das ist insbesondere deswegen hochinteressant, weil er ja oft quasi vermummt auftritt, durch Schnuller und Sonnenhut sind ja schon 50% Gesichtsfläche verdeckt. Wenn er dann noch seine Sonnenbrille (s.o.) trägt, macht er sich natürlich direkt verdächtig.

Ein kurzweiliges Familien-Theater darf man aufführen, um ein funktionierendes biometrisches Babyfoto zu bekommen. Ziel dabei ist es, das Baby zu belustigen und zwar so, dass es nicht heult aber auch nicht zu sehr, denn Lachen ist ebenfalls unerwünscht – ein vorsichtiges Schmunzeln ist ok. Man wedele also mit dem Lieblingsspielzeug frontal vor ihm rum, halte sich dabei natürlich hinter der Fotografin und schneide verhalten Grimmassen, um den Blick und den biometrisch adäquaten Gesichtsausdruck in die gewünschte Richtung zu lenken. Feuer frei! Gut, dass wir nicht mehr auf Film fotografieren.

Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: